Kendo

Im Mittelalter war das Schwert in Japan eine sehr furchtbare und wirksame Waffe. Die Menschen, die es benützen konnten, entwickelten einen strengen Ehrenkodex, genannt BUSHIDO. Als Philosophie hat Bushido viel mit dem Rittertum im europäischen Mittelalter gemeinsam. "Nur eine reine Seele kann jenen geistigen Zustand von Konzentration und innerer Ruhe erreichen, der für das Gewinnen eines Zweikampfes nötig ist."

Also nicht nur der Körper, sonder auch der Geist soll trainiert werden : Harte Arbeit, Verständnis und vor allem Geduld muss man üben. Schon damals war die geistige Übung in Geduld genau so wesentlich wie die physische Geschicklichkeit im Umgang mit dem Schwert. Aus dem Bedürfnis sich für jede Situation vorzubereiten und zu trainieren, entstanden in Japan die ersten Fechtschulen. KENJUTSU (KEN=Schwert, JUTSU=Technik oder Kunst) ist die ursprüngliche Form des Fechttrainings. Es wurde zuerst mit einem Holzschwert (BOKKEN) oder einem echten Schwert trainiert. Beim rauhen Training wurden viele Fechter durch ernste Verletzungen getötet oder verkrüppelt.

Parallel dazu gab es auch IAI-JUTSU, eine ergänzende Disziplin, die die Technik des blitzschnellen Ziehens des Schwertes mit unmittelbar folgendem Schlag pflegte. Heute nennt man diese Disziplin Iaido.

Erst im 18.Jahrhundert wurde das Shinai (Schwertattrappe aus Bambus) mit einer dazugehörenden leichten Rüstung (MEN, KOTE, DO, TARE) als Trainingsmittel eingeführt. Somit konnten die Schwertkämpfer einen vollen Schlag ausführen, ohne dabei den Gegner zu verletzen. Diese neue Art zu üben wurde KENDO (KEN=Schwert, DO=Weg/Prinzip) genannt.

Kendo ist heute eine in der ganzen Welt praktizierte Kampfkunst.