Iaido

Im 8. Jahrhundert n. Chr. tauchte das erste Mal die Form und Gestalt des als Nippon-to bezeichneten Schwertes auf. Diese Schwertart wird als die Seele des Bushi bezeichnet; sie war ein Symbol für alles, was er repräsentierte: er lebte mit ihr und er starb durch es. Der Bushi war durch diesen Umstand gezwungen, die umgängliche Meinung über Leben und Tod hinter sich zu lassen und neues zu leben. Das Schwert erhält somit den doppelten Verwendungszweck: einen von außen angreifenden Feind zu besiegen und das beschränkte Selbst hinter sich zu lassen. In der Geschichte des Gebrauches dieses Schwertes findet man zwei unterschiedliche Begriffe: Kenjutsu und Iaijutsu.

Kenjutsu bezeichnet die Kunst ein Schwert im Kampf zu führen, vor allem unter dem Aspekt, daß es bereits gezogen ist. Bis ins 19. Jh. lassen sich über 2000 Kenjutsu-Schulen nachweisen, die alle ihre eigenen Prinzipien oder Stile besaßen.

Iaijutsu auf der anderen Seite war das Studium der Möglichkeiten ein Schwert zu ziehen und einen effizienten Schnitt zu machen - In ein und der selben Bewegung. Die Entwicklung des Iaijutsu wird vor allem Hayashizaki Jinsuke Shigenoku zugeschrieben, der die schon vorhandenen Techniken weiterentwickelte und bekanntmachte.

Im 20. Jh. kam der Begriff Iaido auf. Der Begriff bezeichnete allerdings einen etwas anderen Aspekt als das traditionelle Iai- bzw. Batto-jutsu; während beim Iaijutsu der Aspekt eines effektiven Kampfstils im Vordergrund steht, wird beim Iaido die geistige und moralische Entwicklung in den Vordergrund gestellt.

Iaido wird vornehmlich in Form von Kata (Übungsformen) im Kampf gegen ein oder mehrere imaginäre Gegner geübt. Für die Beherrschung des Schwertes ist es aber ebenso wichtig, die Kunst des Schneidens mit gezogener Waffe zu erlernen. Dazu gibt es Schnittübungen, die in späterer Folge auch gegen feste Objekte durchgeführt werden.

Die Muso Shinden Ryu (Ryu = Schule) umfaßt 3 Serien von je 12 Kata mit steigendem Schwierigkeitsgrad.

Die Muso Shinden Ryu wurde durch Hayashizuki Jinsuke Shigenoku begründet. Sein Leben liegt im Dunkel der Geschichte verborgen, obgleich sich viele Geschichten über ihn erzählt werden. Man weiß, daß er in der Provinz Sagame in der Mitte des 16. Jh. geboren wurde. Es ist nicht sicher, wie perfekt er die Schwertkunst beherrschte, aber es ist sicher, daß er sie von 1596 bis 1601 intensiv studiert hat. Nach diesem Studium lehrte er eine Serie von Iai-Techniken, die er Batto-Jutsu nannte. Die genauen Techniken, die er lehrte, sind heutzutage nicht mehr bekannt, aber sie müssen einfach und von hohem praktischen Wert gewesen sein.